Phoenix
Ziel dieses Projekts ist das Erreichen von 100km Höhe mit einem Hybridtriebwerk.
Das Projekt Phoenix ist ein proof-of-technology Experiment und soll den Reifegrad eines flugfähigen Triebwerks demonstrieren. Der rote Faden ist dabei das KISS Prinzip ("Keep It Safe and Simple"), d.h. einfache Lösungen sollen bevorzugt werden. Dazu gehört die Verwendung handelsüblicher Materialien, schließlich verbieten sich kostspielige Komponenten von vornherein aufgrund unseres knappen Budgets.
Hintergrund des Projekts
Um die Zuverlässigkeit von Raumfahrzeugen zu erhöhen, werden aus der Luftfahrt entlehnte Designs präferiert, da Flugzeuge und damit verbundene Technologie als besonders zuverlässig gelten. Dabei wird übersehen, daß Auftrieb weder beim Start noch beim Wiedereintritt notwendig ist. Der erhöhten Komplexität und dem Gewicht irrelevanter Subsysteme steht kein direkter Nutzen gegenüber. Gleichzeitig wird durch vermeintliche Wiederverwendbarkeit der Eindruck erweckt man könne Kosten sparen, doch kein Ingenieur kann mit gutem Gewissen ein Modul ohne gründliche Prüfung freigeben, daß einen Start und einen Wiedereintritt überstanden hat, geschweige denn bei mehreren Zyklen. Um eine Wiederverwendbarkeit zu ermöglichen oder das Gewicht der Nutzlast zu senken, werden exotische Materialien verwendet, die keine übliche technische Verwendung besitzen und daher extrem teuer sind. Es wird darauf verwiesen, daß keine Alternativen existieren und Raumfahrt eben eine komplizierte Angelegenheit sei. Um den Mythos der Raumfahrt als Hochtechnologie aufrechtzuerhalten, werden neue Forschungsschwer-punkte in Medizin und Materialforschung nahegelegt. Anstatt den Schwerpunkt auf die Erforschung und Erkundung des Weltraums zu legen, werden triviale Experimente an Astronauten durchgeführt, die zu der Erkenntnis führen, daß der Aufenthalt im Weltraum tatsächlich gesundheits-schädlich ist. Für wirksame Schutzmaßnahmen gibt es kein Geld, da diese zuviel Masse benötigen. Die für die Materialforschung gewonnenen Erkenntnisse lassen sich einfacher und billiger in Falltürmen, Parabelfügen und kleinen Raketen erzielen, als an Bord einer Raumstation und ihre praktische Verwertbarkeit tendiert gegen Null.
Auch die klassische Anwendung Telekommunikation ist mittlerweile kostengünstiger und zuverlässiger durch terrestrische Systeme möglich. Erdbeobachtung hat hingegen zwar breite und sinnvolle Anwendungen, wenn jedoch trotz der Informationen über Umweltzerstörung und Raubbau keine Taten folgen, sollte man das Geld lieber in politische Kampagnen und Bildung stecken.
Wenn man ehrlich pro Raumfahrt argumentieren will, muß man die o.g. Tatsachen zur Kenntnis nehmen. Wollen wir die Akzeptanz der Raumfahrt und deren Erforschung in der Öffentlichkeit erhöhen, müssen wir zeigen, daß Raumtransportsysteme robust, einfach, preiswert und umweltneutral gebaut werden können. Dann wird es auch einfacher, rein explorative Nutzlasten zu begründen und den tieferen Sinn der Raumfahrt wieder zu begreifen, nämlich die Erforschung des Kosmos.
Das Projekt Phoenix soll einen kleinen Schritt in diese Richtung gehen und durch den Bau einer Höhenforschungsrakete zeigen, daß Raumfahrzeuge durchaus die hier gefordernten Eigenschaften besitzen können.
Ziel ist es auch, den Raumflugkörper zu skalieren, so daß der Transport eines Nutzlastkontainers möglich wird. In diesem Nutzlastcontainer können dann diverse Versuche auf den Gebieten Mikrogravitation (µG), Avionik oder Funktechnik untergebracht werden.
Komponenten des Phoenix
Das Projekt Phoenix besteht aus der Bodeneinheit und der Flugeinheit. Erstere umfasst die Startrampe, die Betankungsanlage und das Kontrollzentrum. Die Flugeinheit ist dagegen die eigentliche Rakete. Sie besteht aus Antriebssystem, mechanischer Struktur, Avionik, Bergungssystem und der (optionalen) Nutzlast. Die genaue Form und Abmessungen sind noch zu defnieren und hängen von der Leistungsfähigkeit des Triebwerks ab. Wir gehen im Moment von einer Startmasse von etwa 350 kg aus mit einer Betankung von etwa 250 kg. Das entspricht einem Leermassenverhältnis von 3,5.
Forschungsgruppen
Die Arbeit des Vereins teilt sich in verschiedene Forschungsgruppen auf. Jede einzelne Komponente des Phoenix wird entwickelt und getestet. Es geht dabei keineswegs darum, das Rad jeweils neu zu erfinden, sondern vielmehr wird anhand bisheriger Erkenntnisse bzw. gängiger Standards daran gearbeitet, Prozeßabläufe zu vereinfachen und z.B. günstige Treibstoffe mit einem hohen Wirkungsgrad zu entwickeln, um somit Kosten, Zeit und Logistikaufwand zu reduzieren.




